Der Vater Brokof und seine zwei Söhne waren bedeutsame Bildhauer und Holzschnitzer des Gipfelpunktes der Barockzeit.

Jan Brokof ( 23.6.1652 - 28.12.1718 )

Jan Brokof wurde geboren am 23.6.1652 in Spišská Sobota. In Tschechien erschien er erst nach dem Jahr 1680. Nach dem Modell des Wieners Bildhauer Rauchmüller schnitzte er aus Holz ein Modell für die Bronzestatue des Hl. Johann Nepomucký für die Karlsbrücke in Prag.

Der Anfang seiner Tätigkeiten war in West-und Nordwesttschechien - in Manětín, Klášterec nad Ohří, am Červený Hrádek (Rotes Schloss) bei Chomutov (Komotau), in Libochovice und Tachov.

Um 1685 schuf Jan Brokof seine Werke in Klášterec nad Ohří bei Graf Michal Osvald Thun. In der Stadt bewundern wir seine alegorischen Werke mit interessanten Themen über die Jahreszeiten und griechische Fabeln. In Klášterec wurde sein Sohn Michal Josef geboren.

In Jahren 1687 - 1688 lebte Jan Brokof am Schloss Červený Hrádek (Rotes Schloss) bei Chomutov. Besitzer des Schlosses war Ferdinand Maxmilián Hrzán. Am Červený Hrádek schuf Jan Brokof eine Reihe von Werken - zwei Brunnen, die Statue von Marta und Leda mit dem Schwan, die Mariensäule mit der Statue der Heiligen Jungfrau und viele andere. Die statue des Hl. Johann Nepomucký beim Fluss Běla (1708) und der Heiligen Jungfrau auf der Pestsäule in Jirkov (1695) stammt aus den Zeiten, als Jan Brokof in Prag lebte. Am Schloss Červený Hrádek kam sein Sohn Ferdinand Maxmilián zur Welt.

Nach der Geburt seines Sohnes -Ferdinand Maxmilián - ging Jan Brokof nach Prag, wo er mit seiner Frau, mit fünf Söhnen und zwei Töchtern lebte. In Prag schuf er eine Serie von Antikstatuen für die Atik des Toskanpalastes und die Statuengruppe für die Karlsbrücke. Mehrere Jahre arbeitete Jan Brokof ausserhalb Prags, seine Werke finden wir in Častolovice, und in Sedlčany. Das bedeutenste Werk, auf dem er mit seinem Sohn Michal Josef zusammenarbeitete, stellt die Statue der Heiligen Jungfrau in Broumov (Braunau in Ostböhmen) dar.

Ferdinand Maxmilián Brokof (12.9.1688 - 8.3.1731)

Ferdinand Maxmilián wurde geboren am Schloss Červený Hrádek. Mit seinem Vater schuf er welche weitere Werke für die Karlsbrücke (der Hl. Kajetán, Hl. František Borgiáš, die Statuengruppe des Hl. Ignác, Hl. František Xaverský a Hl. Johann von Matha).

Nach Entwurfe des Wieners Architekte J. Fischer von Erlach schuf Ferdinand Bildhauerwerke für die Kirchen des Hl. Jakub in Prag, später in Vratislav, nach seinem Entwurfe wurden die Skulpturen von Aaron und Moses in der Kurfürstkapelle und die Plastik für den Grabstein des J.Wolf in der Elisabethkirche errichtet. Die Zusammenarbeit mit J. Fischer wurde in Wien noch fortgesetzt. Ferdinand entwurfte die Plastik für den Altar und Grabsteine in Kirchen des Hl. Karl Boromejský und Hl. Michael (1727).

In den weiteren Jahren arbeitete F.M. Brokof in Prag und im Lande. Von Bedeutsamkeit ist die Statuengruppe am Hradschiner Ringplatz in Prag. Ferdinand war beteiligt an Arbeiten am Grabsteine des Jan Václav Vratislav von Mitrovice in der Jakoberkirche in der Altstadt.

Ferdinand Maxmilián wurde nach Krzesoborg in Schlesien eingeladen. Im Jahr 1728 entwurfte er für die Klosterstirnwand die Plastik. Figuren des Mojses, Gregorius der Grosse und die Alegorie des alten und neuen Gesetzes sind Gipfel der Brokofkunst.

In der Kirche des Hl. Thomas in Prag, schon krank, realisierte Ferdinand im Jahre 1730 drei Werke - die Hl. Monika, Ludmile und Augustine. Die weiteren drei tschechische Schutzheilige schuf schon sein Schüler Franz Müller.

F.M. Brokof gehört zur größten Bildhauer der tschechischen Vergangenheit und ist zu vergleichen mit den größten Künstler, welche K.I. Dienzenhofer, P.Brandl und der Bildhauer M. Braun darstellen.

Michal Josef Brokof (28.4.1686 - 8.9.1721)

Michal Josef Brokof, der älteste Sohn von Jan Brokof wurde in Klášterec nad Ohří geboren. Er lernte in der Werkstatt seines Vaters und beim prager Bildhauer - M.O.Quitainer und von Jan Oldřich Mayer. In die Öffentlichkeit trat er zuerst als gemeinsamer Autor der Statuengruppe der Heiligen Jungfrau in Broumov (Braunau in Ostböhmen). In Prag schuf er die Statuengruppe der Jesus Taufe für die Karlsbrücke und die Statue des Hl. Josef. Die Statuengruppe der Heiligen Jungfrau in Police nad Metují bei Braunau stammt vom Jahr 1707.

In Jahren 1710 - 1720 schuf Michal Josef in Děčín die Statuen der tschechischen Schutzheiligen, die Statue des Hl. Johann Nepomucký in der Dreieinigkeitskirche in Prag 2 und in der Kirche Na prádle auf der Kleinseite. Ausserhalb Prag schuf Michal Josef die Statue des Hl. Vít in Radeč, Statuen des Hl. Venzel und Johann Nepomucký in Rožďálov, die Statue des Hl. Johann in Skramnik, weiter noch Statuen in der Kirche in Petrovice bei Rakovník, die Statue der Hl. Ludmila am prager Vyšehrad und die Herkulesstatue im Kolovrat-Garten in der Altstadt.

Manche Werke sind umstritten, ob sie Werke von Michal Josef, oder von seinem Bruder Ferdinand Maxmilián sind. Es handelt sich um die Statue des Hl. Johann am Hradschin (1709) und die Statue des Hl. Vojtěch (Adalbert) auf der Karlsbrücke.

(Görkau)
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